Es gibt Essen, Kinder

Gestern haben wir Nudeln mit Tomatensoße gekocht. Heimatabend quasi, nach Wochen bengalischer Küche. Die Pasta, das Tomatenmark und den Käse haben wir im Spezialitätenregal eines gutsortierten Geschäfts entdeckt. Wir haben lange gezögert, ob des sündhaft teuren Preises. Aber dann doch zugegriffen. Ausnahmsweise. Macht man ja nicht jeden Tag. Kann man sich ja mal gönnen. Umgerechnet fünf Euro hat das Essen gekostet. Und wir haben umgerechnet, entgegen unserer Gewohnheit. Normalerweise versuchen wir, die Preise lokal einzuordnen. 300 Rupien, das ist hier eine Menge Geld für viele Leute. Mit Gemüse, Reis und Huhn kann man davon eine Familie fast eine Woche ernähren, nicht nur einen Abend. Der gesetzliche Mindestlohn für Arbeiter liegt bei knapp 90 Rupien – für einen Tag harter Schufterei auf der Baustelle beispielsweise. Seit ich das weiß, schmeckt das Bier – im Restaurant etwa zum selben Preis zu haben – leicht schal.

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