Reise in die Landschaft des Jahres Senegal/Gambia im Januar 2020 | Journey to the Landscape of the Year Senegal/The Gambia in January 2020 | Voyage dans le Paysage de l’Année Sénégal/Gambie en janvier 2020

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Reise in die Landschaft des Jahres Senegal/Gambia im Januar 2020

Ein Bericht von Hildegard und Johannes Müllerschön (NaturFreunde im Heilbronner Land)

Diese Reise hat uns sehr bewegt und tief berührt, vor allem durch die Begegnungen mit den Menschen, deren Offenheit und Herzlichkeit als auch durch das Gefühl der Solidarität unter Naturfreunden in Afrika und Europa.

Der internationale Charakter der Reise hat uns sehr gefallen. Wir waren 33 TeilnehmerInnen aus fünf europäischen Ländern (Deutschland, Frankreich, Niederlande, Österreich und Schweiz). Mamadou Mbodji aus Senegal (Vizepräsident der NFI und stellvertretender Generalsekretär von ASAN) und Ingeborg Pint aus Österreich waren unsere (Haupt-)ReiseleiterInnen. Sie haben die Reise hervorragend geplant, organisiert und durchgeführt. Sehr bereichernd waren auch die elf zeitweiligen Reisebegleiter aus Senegal, Gambia und Guinea, die uns während den Busfahrten und der Besichtigung von Projekten zahlreiche interessante Informationen lieferten.

Schon am Flughafen in Dakar empfing uns eine kleine Delegation der senegalesischen Naturfreunde und fuhr mit uns ins Naturfreundehaus in Petit Mbao bei Dakar. Dort wurden wir herzlich begrüßt und mit einem köstlichen Abendessen verwöhnt.

Das Naturfreundehaus Petit Mbao in Senegals Hauptstadt Dakar bei unserer Ankunft (Photo: Johannes Müllerschön)

Wir waren beeindruckt von dem ansprechenden Naturfreundehaus und Umweltbildungszentrum mit Solaranlage auf dem Dach, eingeweiht 2004. Neben Unterkünften, Konferenz- und Büroräumen und einem kleinen Öko-Museum gibt es u.a. eine Baumschule, in der jährlich 20.000 Pflanzen (ca. 40 einheimische Arten) aufgezogen werden. Seit mehr als 30 Jahren führen die Naturfreunde Senegals mit diesen Setzlingen Pflanzungen durch, zuerst im öffentlichen, jetzt auch im privaten Raum.

Mit zwei Bussen reisten wir vierzehn Tage lang durch Senegal und Gambia. Am ersten Tag fuhren wir auf den Küstenstraßen rund um Dakar mit einigen Stopps und bekamen so einen ersten Eindruck von einer afrikanischen Großstadt. Es war warm, staubig, diesig, windig. Der Wind trug viel Sand mit sich. Erste Eindrücke: Sooo viele Menschen, die an der Straße entlang laufen. Viel Verkehr und Staus. Auf der Straße sehen wir überfüllte Busse, Gespanne mit Pferden oder Eseln und Autos. Am Straßenrand Schafe, Ziegen, Viehverschläge, Verkaufsstände, fliegende Händler. Ein großer Viehmarkt. Die Frauen in wunderschönen bunten Kleidern, teilweise mit Babies auf dem Rücken oder Lasten auf dem Kopf.

Uns fiel der viele (Plastik-)Müll auf, der überall herumlag. Dazu meinte Mamadou: „Senegal hat drei große Probleme: 1. Müll, 2. Müll, 3. Müll.“ Mit diesen Problemen wurden wir auf unserer Reise täglich konfrontiert. Es gibt noch keine funktionierende Müllabfuhr bzw. Müllbeseitigung im Land. Umso wichtiger ist die Umweltbildungsarbeit, die z.B. die Naturfreunde im Land leisten, damit so viel Müll erst gar nicht entsteht.

Auf der Fahrt nach Janjanbureh in Gambia (Hauptort des gambischen Teils der Landschaft des Jahres) besuchten wir kurz nach der senegalischen Grenze die beispielgebende „Women‘s Initiative Gambia“ in dem kleinen Dorf Njaw. Von einer großen Gruppe Frauen und Kinder wurden wir singend, tanzend und trommelnd empfangen und in das Dorf geleitet. Auf dem Dorfplatz durften wir uns in den Schatten setzen und den Ausführungen der lokalen Projektleiterin sowie Isatou Ceesay, der Gründerin der Fraueninitiative, zuhören. Die Frauen sammeln herumliegende Plastiktüten ein, säubern sie und zerschneiden sie in Streifen. Daraus häkeln sie z.B. Taschen oder Mäppchen.

Besuch bei der „Women‘s Initiative Gambia“ in Njaw (Photo: Johannes Müllerschön)

Sie stellen auch Seife her und nähen Taschen und verkaufen ihre Produkte in einem kleinen Shop. So erzielen die Frauen ein kleines zusätzliches Einkommen und wirken mit ihrem kreativen Recycling der Umweltverschmutzung entgegen. Sie informieren und sensibilisieren weitere Frauen z.B. auch für den sorgsameren Umgang mit Holz. Mittlerweile sind sie 150 Frauen in den umliegenden Dörfern und 11.000 in der Region.
Die Folgen des Klimawandels konnten wir immer wieder mit eigenen Augen wahrnehmen. Senegal liegt am Rande der Sahelzone und diese rückt immer näher. Es wird heißer und trockener und der Grundwasserspiegel sinkt. Beim Dorf Koumbidja Socé besichtigten wir einen Brunnen, 12 Meter tief und seit 15 Jahren versiegt. Er müsste noch 8 Meter tiefer gebohrt werden, um wieder Wasser zu liefern. Die letzte Regenzeit dauerte nur 1,5 Monate, normalerweise sind es 3 bis 4 Monate. In den letzten Jahren sind deshalb die Erträge in der Landwirtschaft massiv zurückgegangen.

Ein echtes Highlight auf unserer Reise war die gemeinsame Obstbaumpflanzung im Dorf Yorobelekunda in Gambia.

Ausladen, sortieren und verteilen der Baumsetzlinge vor der Setzaktion (Photo: Johannes Müllerschön)

In den Höfen und Gärten der Familien wurden die Setzlinge gemeinsam, Hand in Hand, in die vorbereiteten Pflanzlöcher gepflanzt, mit Mist versorgt und gleich gewässert. Zum Schutz vor hungrigen Ziegen wurden Schutzwälle aus Steinen oder Weidengeflecht angebracht.

Die Steine schützen die Baumsetzlinge vor hungrigen Ziegen. (Photo: Johannes Müllerschön)

Die senegambischen Naturfreunde hatten die Baumsetzlinge (Mango-, Zitronen- und Breiapfelbaum) besorgt, finanziert durch eine Spende einer deutschen Naturfreundin. Nach dem Ausladen der ca. 300 Setzlinge aus dem naturfreundeeigenen Bus und der Begrüßung durch den Dorfbürgermeister und vieler neugieriger Kinder, wurde die Gruppe auf die einzelnen Familien verteilt.

An einem späteren Tag – im Dorf Koumbidja Socé in Senegal – haben wir Höfe und Gärten besichtigt mit Bäumen, die vor zwei Jahren gemeinsam gepflanzt wurden. Die Frauen haben uns stolz die gut gewachsenen Bäume präsentiert.

Photo: Johannes Müllerschön

Die vielfältigen Eindrücke und herzlichen Begegnungen haben uns sehr bewegt und auch zum Nachdenken gebracht. Welch ein Unterschied zu unserem Lebensstandard in Deutschland! Wasser aus dem Wasserhahn oder eine warme Dusche sind in Afrika nicht selbstverständlich. Auf dem Land wird das Wasser auch heute noch von den Frauen mühsam aus einem Brunnen mit einem Eimer über einen Seilzug hochgezogen, in große Wannen geschüttet und auf dem Kopf in das eigene Gehöft getragen.

Ein wichtiger Schwerpunkt der senegambischen Naturfreunde ist die Sensibilisierung und die Ausbildung im Bereich Ressourcen schonender Kochstellen. Denn die Abholzung u.a. für das Kochen mit Feuerholz und auch Buschbrände haben zu einem dramatischen Rückgang der typischen Waldsavannen geführt.

Workshop „Bau eines Lehmofens“ für energiesparendes Kochen und gesundes Schulessen. (Photo: Johannes Müllerschön)

In unserer Reisegruppe reiste Fatim aus Guinea mit. Die Naturfreunde Guinea haben erfolgreich in ihrem Land ein „Lehmofenprojekt“ durchgeführt, finanziert vom Naturfreunde Klimafonds. Wir durften miterlebend an zwei Workshops von ihr teilnehmen. Die zwei Lehmöfen, die in Koumbidja Socé am Rande des Schulhofes gebaut wurden, können jetzt für die Schulküche genutzt werden.

Besuch des Collège in Koumbidja Socé (dort fand 2018 die Eröffnungsveranstaltung der LdJ statt) (Photo: Mamadou Mbodji)

Wir haben noch weitere Projekte besichtigt, die dem Klimawandel entgegen wirken sollen. Auch die Kultur und die Entspannung kamen nicht zu kurz (Stadtführungen in Janjanbureh und Koungheul, Museumsbesuche, Wanderung am Gambia-River in Janjanbureh, prähistorische Steinkreise von Wassu, Bootsfahrten auf dem Gambia-River und durch die Mangrovenwälder im Saloumdelta in Senegal, Rundfahrt durch ein Tier-Reservat usw.). Sehr beeindruckend war das „Kankurang-Festival“ in Janjanbureh, bei dem die wichtigste Figur im Initiationsritus der Mandinga – der Kankurang – im Mittelpunkt stand.

Und – last but not least – nahmen wir am „Naturfreundetag zum 125-jährigen Jubiläum der Naturfreundebewegung“ in Janjanbureh/Gambia mit vielen Ehrengästen teil, worüber an anderer Stelle schon berichtet wurde.

Naturfreunde in Afrika? „Klimagerechtigkeit heißt Solidarität!“

Ja, auch die (alternativlose?) Nutzung des Fliegers (Frankfurt/Brüssel/Dakar und zurück) hat uns beschäftigt. Die Ausgleichszahlung an den Klimafonds der Naturfreunde ist uns nach der Reise leicht gefallen, da wir an vielen positiven Beispielen gesehen haben, wie das Geld in Afrika sinnvoll und nachhaltig eingesetzt wird.

Uns hat die Reise sehr gut gefallen – Afrika, wir kommen wieder!


Im Jänner 2020 wurde in Janjanbureh (Gambia) „2 Jahre Landschaft des Jahres Senegal/Gambia“
gefeiert. Zugleich war dies der Auftakt zum Jubiläumsjahr „125 Jahre Naturfreunde-Bewegung“.
Claudia Lenius, Vorständin der Naturfreunde Frankfurt/Main hat die wichtigsten und
bewegendsten Momente der Veranstaltung in diesem Video festgehalten.

english version

Journey to the Landscape of the Year Senegal / The Gambia in January 2020

A report by Hildegard and Johannes Müllerschön (Naturefriends Heilbronner Land, Germany)

This journey has touched us deeply, especially through the encounters with the people, their openness and cordiality as well as the feeling of solidarity among Naturefriends in Africa and Europe.

We liked the international character of the trip very much. We were 33 participants from five European countries (Germany, France, Netherlands, Austria and Switzerland). Mamadou Mbodji from Senegal (Vice President of NFI and Deputy Secretary General of ASAN) and Ingeborg Pint from Austria were our (main) tour guides. They planned, organized and carried out the trip excellently. Very enriching were also the eleven temporary tour guides from Senegal, The Gambia and Guinea, who provided us with a lot of interesting information during the bus trips and the visits to projects.
Already at the airport in Dakar a small delegation of the Senegalese Naturefriends welcomed us and drove with us to the Naturefriend House in Petit Mbao near Dakar. There we were warmly welcomed and enjoyed with a delicious dinner.

The Naturefriend house Petit Mbao in Senegal’s capital Dakar on our arrival (Photo: Johannes Müllerschön)

We were impressed by the attractive Naturefriend House and Environmental Education Centre with solar panels on the roof, inaugurated in 2004. In addition to accommodation, conference and office rooms and a small eco-museum, there is also a tree nursery where 20,000 plants (approx. 40 indigenous species) are grown every year. For more than 30 years, Naturefriends Senegal have been planting these seedlings, first in public and now also in private areas.

With two buses we travelled through Senegal and The Gambia for fourteen days. On the first day we drove on the coastal roads around Dakar with some stops and got a first impression of an African big city. It was warm, dusty, misty and windy. The wind carried a lot of sand with it. First impressions: So many people walking along the road. A lot of traffic and traffic jams. On the road we see overcrowded buses, carriages with horses or donkeys and cars. At the roadside sheep, goats, cattle sheds, stalls, flying merchants. A big cattle market. The women in beautiful colourful dresses, sometimes with babies on their backs or caryying loads on their heads.

We noticed all the (plastic) garbage lying around everywhere. Mamadou said: „Senegal has three big problems: 1. garbage, 2. garbage, 3. garbage.“ We were confronted with these problems on our journey every day. There is still no functioning garbage collection or waste disposal in the country. All the more important is the environmental education work, which e.g. the nature friends in the country perform, so that so much garbage does not develop at all.

On the way to Janjanbureh in The Gambia (main town of the Gambian part of the landscape of the year) we visited the exemplary „Women’s Initiative Gambia“ in the small village Njaw. A large group of women and children welcomed us singing, dancing and drumming and led us into the village. On the village square we were allowed to sit in the shade and listen to the explanations of the local project manager and Isatou Ceesay, the founder of the Women’s Initiative. The women collect plastic bags lying around, clean them and cut them into strips. From these they crochet bags or pencil cases, for example.

Visiting the „Women’s Initiative Gambia“ in Njaw (Photo: Johannes Müllerschön)

They also make soap and sew bags and sell their products in a small shop. In this way the women gain a small additional income and counteract environmental pollution with their creative recycling. They also inform and sensitize other women, for example, about the more careful use of wood. They are now 150 women in the surrounding villages and 11,000 in the region.

We have always been able to see the consequences of climate change with our own eyes. Senegal is situated on the edge of the Sahel zone and this zone is getting closer and closer. It is getting hotter and drier and the water table is sinking. At the village Koumbidja Socé we visited a well, 12 meters deep, which dried up 15 years ago. It would have to be drilled another 8 meters deeper to provide water again. The last rainy season lasted only 1.5 months, normally it takes 3 to 4 months. In recent years, therefore, agricultural yields have fallen massively.

Unloading, sorting and distributing the tree seedlings before the planting operation (Photo: Johannes Müllerschön)

A real highlight of our trip was the joint planting of fruit trees in the village of Yorobelekunda in Gambia. In the yards and gardens of the families the seedlings were planted all together, hand in hand, in the prepared planting holes, supplied with manure and immediately watered. To protect them from hungry goats, protective walls made of stones or wickerwork were installed.

The stones protect the tree seedlings from hungry goats. (Photo: Johannes Müllerschön)

The Senegambian Naturefriends had procured the tree seedlings (mango, lemon and porridge apple tree), financed by a donation from a German Naturefriend. After the unloading of the approx. 300 seedlings from the Naturefriends‘ own bus and the welcome by the village mayor and many curious children, the group was distributed to the individual families.

On a later day – in the village of Koumbidja Socé in Senegal – we visited farms and gardens with trees planted two years ago. The women proudly presented the well grown trees to us.

Photo: Johannes Müllerschön

The diverse impressions and warm encounters have moved us a lot and also made us reflect. What a difference to our standard of living in Germany! Water from the tap or a warm shower are not a matter of course in Africa. In the countryside the water is still pulled up laboriously by the women from a well with a bucket via a cable pull, poured into large tubs and carried on their heads to their own homestead.

An important focus of the Senegambican Naturefriends is to raise awareness and provide training in the area of resource-saving cooking stoves. Deforestation for firewood and bush fires have led to a dramatic decline in the typical forest savannahs.

Workshop „Building a clay stove“ for energy-saving cooking and healthy school meals (Photo: Johannes Müllerschön)

Fatim from Guinea was part of our travel group. The Naturefriends Guinea have successfully carried out a „clay oven project“ in their country, financed by the Naturefriends Climate Fund. We were allowed to participate in two workshops of her. The two clay stoves, which were built in Koumbidja Socé on the edge of the schoolyard, can now be used for the school kitchen.

Visiting the college in Koumbidja Socé (where the opening ceremony of the Landscape of the Year took place in 2018) (Photo: Mamadou Mbodji)

We also visited other projects that are designed to counteract climate change. Culture and relaxation were not neglected either (guided tours in Janjanbureh and Koungheul, visits to museums, hiking on the Gambia River in Janjanbureh, prehistoric stone circles of Wassu, boat trips on the Gambia River and through the mangrove forests in the Saloum delta in Senegal, tour of an animal reserve, etc.). Very impressive was the „Kankurang Festival“ in Janjanbureh, which focused on the most important figure in the initiation rite of the Mandinga – the Kankurang.

And – last but not least – we took part in the „Naturefriend Day for the 125th anniversary of the Naturefriends Movement“ in Janjanbureh/The Gambia with many guests of honour, as already reported elsewhere.

Naturefriends in Africa? „Climate justice means solidarity!“

Yes, also the (alternative-less?) use of the plane (Frankfurt/Brussels/Dakar and back) made us think. The compensation payment to the Naturefriends Climate Fund was easy for us after the trip, because we have seen many positive examples of how the money is used in Africa in a sensible and sustainable way.

We enjoyed the trip very much – Africa, we will be back!


In January 2020 Naturefriends celebrated „2 years Landscape of the Year Senegal/The Gambia“
in Janjanbureh (The Gambia). This was also the kick-off for the 125th anniversary of the
Naturefriends movement. Claudia Lenius, chairwoman of the Naturefriends Frankfurt/Main
(Germany) has documented the most important and most moving moments of the event in this
video. (English and French subtitles can be displayed!)

français

Voyage dans le Paysage de l’Année Sénégal / Gambie du 14 au 29 janvier 2020

un reportage de Hildegard et Johannes Müllerschön (Amis de la Nature de la région de Heilbronn)

Ce voyage nous a beaucoup émus et nous a profondément touchés, notamment par les rencontres avec les gens, leur franchise et leur cordialité ainsi que le sentiment de solidarité entre les Amis de la Nature en Afrique et en Europe.

Nous avons beaucoup apprécié le caractère international du voyage. Nous étions 33 participant/e/s de cinq pays européens (Allemagne, France, Pays-Bas, Autriche et Suisse). Mamadou Mbodji du Sénégal (Vice-Président de l’IAN et Secrétaire général adjoint de l’ASAN) et Ingeborg Pint d’Autriche étaient nos (principaux) accompagnateurs. Ils ont planifié, organisé et encadré le voyage de manière excellente. Les apports des onze accompagnateurs ponctuels du Sénégal, de Gambie et de Guinée ont également été très enrichissants. Tous les amis nous ont fourni de nombreuses informations intéressantes lors des circuits en bus et des visites de projets.

Déjà à l’aéroport de Dakar, une petite délégation des Amis de la Nature sénégalais nous a accueillis et nous a amenés à la Maison des Amis de la Nature à Petit Mbao près de Dakar. Nous y avons été chaleureusement accueillis et gâtés par un délicieux dîner.

La Maison des Amis de la Nature de Petit Mbao à Dakar, capitale du Sénégal, à notre arrivée (Photo: Johannes Müllerschön)

Nous avons été impressionnés par la belle Maison des Amis de la Nature inaugurée en 2014, qui est aussi un Centre d’éducation environnementale, disposant de panneaux solaires sur le toit, de chambres d’hôtes, de salles de conférence, de bureaux et d’un petit écomusée. À cela s’ajoute une pépinière où 20 000 plants (environ 40 espèces indigènes) sont cultivés chaque année. Depuis plus de 30 ans, ces plantes servent aux Amis de la Nature du Sénégal à reboiser, d’abord dans l’espace public et maintenant aussi dans les jardins familiaux.

Pendant quatorze jours nous avons parcouru le Sénégal et la Gambie à bord de deux bus. Le premier jour, nous avons roulé sur les Corniches de Dakar, avec quelques arrêts nous permettant de capter de premières impressions d’une ville africaine. Il faisait chaud, poussiéreux, brumeux et venteux. Le vent emportait beaucoup de sable avec lui. Premières impressions : tous ces gens marchant sur la route. Beaucoup de trafic et d’embouteillages. Dans les rues se côtoient bus surchargés, calèches tirés par des chevaux ou des ânes et voitures. Au bord de la route : moutons, chèvres, étables, étals, marchands ambulants. Un grand marché e bétail. Les femmes en belles robes colorées, parfois avec des bébés sur le dos ou des charges sur la tête.

Nous avons remarqué les masses de déchets (plastiques) qui traînent partout. Mamadou nous dit : « Le Sénégal a trois grands problèmes : premièrement les déchets, deuxièmement les déchets et troisièmement les déchets ». Tous les jours nous avons été confrontés à ces problèmes. Il n’existe toujours pas de système fonctionnel de collecte ou d’élimination des déchets au Sénégal. L’éducation à l’environnement par les Amis de la Nature, par exemple, est d’autant plus importante, afin d’empêcher que les masses de déchets ne se développent.

Sur la route de Janjanbureh en Gambie (capitale de la partie gambienne du Paysage de l’Année), peu après la frontière sénégalaise, nous avons rendu visite à l’exemplaire « Women’s Initiative Gambia » dans le petit village de Njaw. Un groupe nombreux de femmes et d’enfants nous a accueillis en chantant, dansant et jouant du tambour et nous a accompagnés dans le village. Sur la place du village, nous avons pu nous asseoir à l’ombre et écouter les explications du chef du projet local et d’Isatou Ceesay, fondatrice de l’initiative féminine. Les femmes ramassent les sacs en plastique qui traînent, les nettoient et les coupent en bandes, pour en faire des sacs, étuis et autres objets.

Visite à la « Women’s Initiative Gambia » à Njaw (Photo: Johannes Müllerschön)

Les femmes fabriquent également du savon et cousent des sacs et vendent leurs produits dans leur boutique. Elles gagnent ainsi un petit revenu supplémentaire et luttent contre la pollution de l’environnement grâce à leur recyclage créatif. Elles informent et sensibilisent d’autres femmes, par exemple, sur l’utilisation parcimonieuse du bois. Elles sont maintenant 150 dans les villages environnants et 11 000 dans la région.

Et toujours à nouveau, nous nous sommes rendu compte des conséquences du changement climatique dans la région. Le Sénégal est situé aux abords du Sahel, et le désert s’approche de plus en plus. Il fait de plus en plus chaud et sec et la nappe phréatique baisse progressivement. Au village de Koumbidja Socé nous avons visité un puits, profond de 12 mètres et tari depuis 15 ans. Il faudrait creuser encore 5 mètres en profondeur pour obtenir de l’eau. La dernière saison des pluies n’a duré qu’un mois et demi, normalement elle dure 3 à 4 mois. Au cours des dernières années, les rendements agricoles ont donc massivement diminué.

Un des points forts de notre voyage a été le reboisement commun d’arbres fruitiers dans le village de Yorobelekunda en Gambie.

Déchargement, triage et distribution des plants d’arbres avant l’opération de reboisement (Photo: Johannes Müllerschön)

Dans les cours et les jardins des familles, les plants ont été mis en terre la main dans la main avec les villageois/es/, dans les trous déjà préparés, approvisionnés en fumier et arrosés immédiatement. Pour les protéger des chèvres, des dispositifs de protection en pierre ou en osier ont été installés.

Les pierres protègent les plants d’arbres des chèvres affamées (Photo: Johannes Müllerschön)

Les Amis de la Nature sénégalais avaient fourni les plants (manguiers, citronniers et sapotiers), financés par un don d’une Amie de la Nature allemande. Après le déchargement des quelque 300 plants du bus des Amis de la Nature et l’accueil par le maire du village et de nombreux enfants curieux, les participants ont été répartis parmi les différentes familles.

Le lendemain – dans le village de Koumbidja Socé au Sénégal – nous avons rendu visite aux femmes dans les jardins desquels des arbres avait été plantés deux ans auparavant. Les femmes nous ont fièrement présenté les arbres bien entretenus.

Photo: Johannes Müllerschön

Les expériences enrichissantes et les rencontres chaleureuses nous ont beaucoup émus et nous ont également fait réfléchir. Quelle différence par rapport à notre niveau de vie en Allemagne ! Il n’est pas évident d’avoir de l’eau du robinet ou une douche chaude en Afrique. Dans les villages, ce sont les femmes qui tirent encore l’eau d’un puits à poulie, se servant de seaux dont le contenu est versé dans de grandes bassines transportées vers les concessions.

Les Amis de la Nature sénégalais s’attachent à sensibiliser et à former les populations à l’utilisation de fours économes. La déforestation pour obtenir du bois de chauffe et les feux de brousse ont entraîné un déclin dramatique des savanes forestières typiques.

Atelier « Construire un four en argile » pour une cuisson économe en énergie et des repas scolaires sains (Photo: Johannes Müllerschön)

Fatim de Guinée faisait partie de notre groupe. Les Amis de la Nature de Guinée ont mené à bien un projet de « fours en argile » dans leur pays, financé par le Fonds des Amis de la Nature pour le climat. Nous avons pu participer à deux de ses ateliers. Les deux poêles en argile construits à Koumbidja Socé dans un coin de la cour de l’école, peuvent désormais servir à préparer les repas scolaires.

Visite du collège de Koumbidja Socé (où a eu lieu le lancement du Paysage de l’Année en 2018). (Photo: Johannes Mülelrschön)

Nous avons également pu nous informer sur d’autres projets visant à lutter contre le changement climatique. La culture et la détente n’ont pas été négligées non plus (visites guidées à Janjanbureh et Koungheul, visites de musées, randonné le long du fleuve Gambie à Janjanbureh, les cercles de pierre préhistoriques à Wassu, balades en bateau sur le fleuve Gambie et dans la mangrove du delta du Saloum au Sénégal, visite d’une réserve animalière, etc.) Le « Festival du Kankurang » de Janjanbureh a été très impressionnant, au cœur duquel se trouve le personnage le plus important du rite d’initiation des Mandingues – le Kankourang.

Enfin, nous avons participé à la « Journée des Amis de la Nature pour le 125e anniversaire du Mouvement des Amis de la Nature » à Janjanbureh/Gambie avec de nombreux invités d’honneur, qui a déjà fait l’objet d’un autre rapport.

Les Amis de la Nature en Afrique ? « La justice climatique est synonyme de solidarité ! »

Oui, l’utilisation (sans alternative ?) de l’avion (Francfort/Bruxelles/Dakar et retour) nous a également donné à réfléchir. Le versement des compensations au Fonds des Amis de la Nature pour le climat a été facile pour nous après le voyage, car nous avons vu de nombreux exemples positifs de l’utilisation des fonds en Afrique, intelligente et durable.

Nous avons beaucoup apprécié le voyage – l’Afrique nous reverra.


En janvier 2020, les « deux ans du Paysage de l’Année Sénégal/Gambie » ont été célébrés à Janjanbureh (Gambie). L’événement a marqué aussi le démarrage de l’année anniversaire du mouvement des Amis de la Nature. Claudia Lenius, membre du Bureau des Amis de la Nature de Francfort-sur-le-Main, a capté dans cette vidéo les moments les plus importants et les plus émouvants de l’événement (les sous-titres français et anglais peuvent être affichés !).