Travelling respectfully. Tourism for sustainable development?

english version below

 „A Good Life for All!”, ein gutes Leben für alle, das ist das zentrale Ziel der Agenda 2030. Im Jahr 2015 wurden 17 Ziele für eine wirtschaftlich, ökologisch und sozial nachhaltige Entwicklung unserer Erde formuliert und von den Vereinten Nationen verabschiedet. Als der weltweit größte und am schnellsten wachsende Wirtschaftszweig ist auch die Tourismuswirtschaft gefordert, ihren Beitrag zu einer nachhaltigen Entwicklung zu leisten. Dezidiert wird der Tourismus in der Agenda 2030 in den Zielen 8 „Menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum“, 12 „Verantwortungsvolle Konsum- und Produktionsmuster“ und 14 „Leben unter Wasser“ genannt und in die Verantwortung genommen.

Während eine auf rein wirtschaftliche Kriterien fokussierte Tourismusentwicklung, wie sie in der Realität leider nach wie vor die Oberhand hat, der Erreichung der nachhaltigen Entwicklungsziele zuwider läuft, kann ein nachhaltiger Tourismus, der auch soziale und ökologische Kriterien ernst nimmt, die Erreichung etlicher Ziele der Agenda 2030 unterstützen – so auch das Ziel 1 „Keine Armut”.

Der Tourismus wird immer wieder als viel versprechender Hebel im Kampf gegen die Armut in wirtschaftlich schwachen Regionen, insbesondere in Ländern des Globalen Südens gepriesen. Gerade ärmere Länder setzen große Hoffnungen in den Tourismus, der neue Einkommensquellen und Perspektiven für die Bevölkerung schafft und Devisen ins Land bringt.

Dennoch ist die Förderung des Tourismus kein Allheilmittel, sondern führt in der Realität oft zu ökonomischen, soziokulturellen und ökologischen Konflikten. Zudem zählt der massiv steigende Flugtourismus zu den treibenden Faktoren des Klimawandels, der die Armut in vielen Ländern des globalen Südens verschärft und soziale Konflikte provoziert.

Wenn wir wollen, dass der Tourismus tatsächlich zu einer nachhaltigen Entwicklung beiträgt, braucht es einen Paradigmenwechsel und ein Umdenken in der Tourismuswirtschaft. Wesentlich ist es, die betroffene Bevölkerung in den Destinationen in die Entwicklung von Tourismus in ihrer Heimat partnerschaftlich einzubinden, mit den natürlichen Ressourcen verantwortungsvoll umzugehen und die Menschenrechte zu respektieren. Wenn touristische Projekte und Produkte entwickelt werden, müssen ihre wirtschaftlichen und sozialen Vorteile gerecht verteilt werden und auch weiten Bevölkerungsteilen zu Gute kommen. Das Ziel muss sein, den Wohlstand und die Lebensqualität vor Ort zu steigern und zur sozialen Gerechtigkeit beizutragen.

Dass dies sehr wohl gelingen kann, werden wir im Rahmen unserer Kampagne „Travelling respectfully. Tourism for sustainable development?“ in den nächsten Wochen anhand konkreter Beispiele zeigen. www.facebook.com/nfint.org #travellingfair


ENGLISH

Travelling respectfully. Tourism for sustainable development?

„A Good Life for All!” is the central goal of the Agenda 2030. 2015, the 17 goals for an economically, ecologically and socially sustainable development for our planet were created and adopted by the United Nations. Since the tourism industry is the biggest and fastest growing economic sector, it needs to contribute towards a sustainable development. Specifically, tourism is mentioned within the Agenda 2030 in the goals 8 “Decent work and economic growth”, 12 “Responsible consumption and production” and 14 “Life below water” and asked to take up responsibility. While tourism development, which solely focuses on economic criteria is still the reality in most cases but will not help to achieve sustainable development, sustainable tourism, which also considers ecological and social criteria, will contribute towards the Agenda 2030 – as for example goal 1 “No poverty”.

Most of the time, tourism is praised as a promising lever to alleviate poverty in economically weak regions, in particular in the Global South. Especially poorer countries invest in tourism, hoping for new income sources in order to create opportunities for the local population and to increase foreign exchange.

Nevertheless, promoting tourism is not a magic bullet but in reality often leads to economic, socio-cultural and ecological conflicts. In addition, the massively growing air travel sector is one of the driving factors of climate change, which increases poverty levels in many countries in the Global South and intensifies social conflicts.

If we want to make sure that tourism really contributes towards sustainable development, we need a paradigm shift and fundamentally rethink our approach within the tourism industry. An approach of free, prior and informed consent of the local population when it comes to developing tourism in the destinations is needed, natural resources need to be used responsibly and human rights must be respected. When tourism products and projects are developed, their economic and social benefits need to be distributed evenly and fairly so it benefits the society as a whole. The goal must be to increase prosperity and quality of life within the destinations and to increase social justice.

That this can be an achievable goal, we would like to show you in the next weeks during our campaign “Travelling respectfully. Tourism for sustainable development?”, showing you specific examples. www.facebook.com/nfint.org #travellingfair